Festspielhaus Hellerau

Nov/Dez 2013 – Rückblick - Ausblick

Dieter Jaenicke

Das Jahr 2013 in HELLERAU begann mit einem furiosen Wim Vandekeybus, einem umjubelten Dave St-Pierre, einer atemberaubenden Louise Lecavalier, Michael Clark, Forced Entertainment, She She Pop, The Residents und dann für viele das Tanzereignis des Jahres: die Batsheva Dance Company Anfang Mai; und es ging weiter mit Bruno Beltrão und nach der Sommerpause Akram Khan mit seiner Antwort auf Le Sacre du Printemps, die Forsythe Company als ständige Company in Residenz im Haus: Namen, die man sich schon auf der Zunge zergehen lassen kann. Kore-A-Moves, Festival szene:England, Tanzplattform Sachsen, Street Culture@ Hellerau, Young European Choreographers – und nun noch CYNETART und NORDWIND – sieben Festivals in einem Jahr, darunter mit Street Culture@ Hellerau eines, das in der ganzen Stadt und in allen Kunstsparten stattfand und ganz neue Verbindungen geschaffen hat. Feste Reihen wie LINIE 08, FEATURE RING, Dienstagssalon, Musiktheater-Produktionen, feste Partner wie DEREVO Tanztheater, norton.commander. productions, Palucca Hochschule für Tanz und, und, und...

Was noch kommt an großen Ereignissen in diesem Jahr: die CYNETART, das Festival für computergestützte Kunst; das NORDWIND-Festival, das HELLERAU erstmals gemeinsam mit Kampnagel Hamburg und HAU Berlin veranstaltet: ein irritierend starker Blick in die Performing Arts-Szenen Skandinaviens und des Baltikums mit der Eröffnung durch den großen Theater- Regisseur Alvis Hermanis. HELLERAU 2013 – das ist auch ein Unterwegssein auf dem Weg zum Weltkulturerbe, hoffentlich auch zu einem internationalen Zentrum für Künstler- Residenzen, zu einer neuen Deutung des Laboratoriums der Moderne. Vieles ist inzwischen auf den Weg gebracht, vieles bleibt schwierige, kleinteilige Überzeugungsarbeit.

Aber das ist vielleicht das, was uns in HELLERAU ausmacht und was wir sind: Überzeugungstäter auf einem Terrain, das für viele sehr unbestimmt ist, manchen vielleicht sogar lästig oder überflüssig erscheint – für viele ist HELLERAU aber ein Rettungsanker geworden, ein Ort, ohne den die Stadt nicht halb so schön wäre. Daran arbeiten wir auch 2014 weiter – und beginnen gewohnt furios: diesmal mit dem japanischen Ausnahme-Choreografen Saburo Teshigawara. Bleiben Sie uns treu!

Dieter Jaenicke

Europäisches Zentrum der Künste Dresden