Festspielhaus Hellerau

Jan/Feb 2013 – Das alles und noch viel mehr!

Dieter Jaenicke

Im Januar 2009 begannen wir in HELLERAU neu. Wir stellten Tanz und Bewegung in den Fokus unseres Programms, denn beides stand auch in der Geschichte des Hauses am Anfang: von Jaques-Dalcrozes Rhythmik über Mary Wigmans Ausdruckstanz hin zum heutigen zeitgenössischen Tanz William Forsythes.

Heute ist HELLERAU das wichtigste Zentrum für den zeitgenössischen Tanz im Osten Deutschlands, wir sind eng verbunden mit den bedeutendsten europäischen Tanzhäusern. Denn beides, lokale wie internationale Perspektiven prägen unsere Arbeit. Auch 2013 präsentieren wir weltweit gefeierte Choreografen und Tanzkompanien wie Wim Vandekeybus, Dave St-Pierre, Louise Lecavalier, Les SlovaKs,Hofesh Shechter, Bathseva Dance Company, Bruno Beltrão, Akram Khan. Mit gleichem Engagement fördern wir die lokale Tanzszene, z. B. durch die gemeinsam mit dem TanzNetz- Dresden initiierte Programmreihe Linie 08 oder die Tanzplattform Sachsen, die die besten Tanzprojekte aus der Region präsentiert.

Unser Ziel ist klar: Wir wollen nicht nur HELLERAU verändern, sondern auch Dresden als weltoffene und internationale Kunststadt prägen, die der freien Künstler- und Kunstszene Arbeitsmöglichkeiten und Experimentierfelder öffnet. Deshalb geben wir der zeitgenössischen Musik, dem experimentellen Theater, der Bildenden Kunst wie den digitalen Künsten Raum und Bühne. Möglich wird das durch inspirierende Kooperationen mit der Forsythe Company, der Transmedia-Akademie, DEREVO,dem Neuen Sächsischen Kunstverein, dem Werkbund, demInstitut für Rhythmik, den Dresdner Kunsthochschulen, den Dresdner Sinfonikern und vielen anderen. Ein echtes Highlight 2013 wird streetart@hellerau, ein fulminantes Festival über die schmutzige Schwester der Hochkultur.

Mit Kore-A-Moves, dem Festival szene: England (gemeinsam mit dem Societaetstheater) dem Projekt DANCE AFRICA DIALOGUES oder dem Nordwind-Festival (zusammen mit Kampnagel Hamburg und HAU Berlin) setzen wir auch 2013 Länderschwerpunkte mit faszinierenden Einblicken in die globale Tanz- und Kunstszene.

Aber wir wollen und können noch viel mehr. Was Dresden und HELLERAU dringend benötigen, ist ein internationales Residenz- und Probenzentrum für zeitgenössische Künstler. Denn HELLERAU soll Kunst nicht nur präsentieren, sondern auch produzieren. Mit einem Residenz- und Probenzentrum im derzeit vor sich hin rottenden Ostflügel des Festspielhausgeländes würde HELLERAU in der Gegenwart zu dem, was es am Anfang war: ein internationaler Ort für Austausch, Begegnung, Experiment und Grenzgänge. Nahezu 80% der für Sanierung und Ausbau erforderlichen Mittel stehen als Landes- und Bundesförderung bereit. Jetzt braucht es nur noch die Entscheidung der Stadt Dresden. Wir arbeiten gemeinsam mit vielen Fürsprechern und Förderern daran.

Das Festspielhaus hat eine große Geschichte, die Verpflichtung für uns ist. Nicht als Museum, sondern durch die Auseinandersetzung mit dem Jetzt und dem Morgen. Das ist unser Programm. Und dabei werden wir auch 2013 mit viel Energie von der Landeshauptstadt Dresden, der Kulturstiftung des Bundes, der Ostsächsischen Sparkasse, der Kulturstiftung der Freistaates Sachsen, dem Förderverein HELLERAU und vielen anderen unterstützt. Freuen Sie sich mit uns auf ein spannendes, intensives und wunderbares 2013!

Dieter Jaenicke

Europäisches Zentrum der Künste Dresden