Festspielhaus Hellerau

Performance, Kunst, Konzert, Debatte: Das NORDWIND Festival bringt vom 20. bis 28. November Entdeckungen aus Nordeuropa und Russland nach Dresden.

Nordwind, leicht östlich drehend. Vom 20. bis 28. November 2015 zeigt das NORDWIND Festival zum zweiten Mal in Dresden eigenwillige und mitreißende Performance- und Konzertabende von Künstlern aus Island, Finnland, Schweden, Norwegen und Estland. Dazu geht der Blick erstmals in einem Schwerpunkt unter dem Titel “BALAGAN!!!” (das ist der russische Ausdruck für ein riesiges Durcheinander, für die Verkehrung der herrschenden Verhältnisse) nach Russland.
Gemäß dem Motto Balagan erscheinen auf der Bühne Figuren, die sich mal grotesk, mal leise den üblichen Kategorisierungen widersetzen. Die isländische Choreografin Erna Ómarsdóttir 
setzt uns in ihrem kraftvollen Black Marrow der urtümlichen Energie eines unbedingten Überlebenswillens aus. Ludvig Daae zeigt in MM ein bewegendes, humorvolles Solo über Blickregime und die Möglichkeit, sich ihnen zu entziehen. Elina Pirinen nennt ihre Choreografie Personal Symphonic Moment eine „Autopsie“ von Schostakowitschs Leningrader Sinfonie, eine so genaue wie entstellte, so kreative wie destruktive, so werkgetreue wie freie Annäherung an jene 7. Sinfonie.
Das Musikprogramm reicht von „Electronic Metal Opera“ mit Lazyblood aus Island, Jazz mit Gaststar Arve Henriksen aus Norwegen in der Konzertreihe Feature Ring, Werke der Neuen Musik von Arvo Pärt bis Veljo Tormis mit dem Yxus Ensemble aus Estland sowie Free Jazz, Fri Rock und Noise mit Supersilent aus Norwegen.
Zeitgenössische bildende Künstler aus der ehemaligen Sowjetunion präsentieren im Festspielhaus Performances, Installationen, Foto-, Film- und Videoarbeiten. In einer von David Elliott kuratierten Ausstellung werden sechs Künstler vorgestellt, die Balagan als künstlerische Strategie vorführen. Zudem zeigt Andrej Kuzkin aus Moskau die Performance Resistance. Dario Jacopo Laganá und Stefano Corso sind für ihre Fotoserie We Will Forget Soon den Spuren der sowjetischen Armee in der ehemaligen DDR nachgegangen. Der russische Aktionskünstler Pjotr Pawlenski spricht in einer Lecture und Diskussion über seine politische Kunst in Russland und Deutschland.
Neben dem Spielort HELLERAU in Dresden ist das diesjährige Festivalprogramm mit insgesamt 82 Vorstellungen, davon drei Uraufführungen und acht Deutschlandpremieren, auch in Hamburg, Berlin und erstmals in Bern zu Gast.
Der Kartenvorverkauf hat begonnen.

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Europäisches Zentrum der Künste Dresden