Festspielhaus Hellerau

Brit Rodemund ist Tänzerin des Jahres 2011

Brit Rodemund ist bei der Journalistenumfrage des Tanzjahrbuchs 2011 zur Tänzerin des Jahres gewählt worden. Sie war in HELLERAU in Helena Waldmanns Solostück revolver besorgen zu sehen.
revolver besorgen, ein beeindruckendes Stück, das sich mit dem schwierigen Thema Demenz beschäftigt. „Imposante[n] Tanz am Abgrund, der immer Würde bewahrt“, beschreibt es Andrea Kachelrieß in den Stuttgarter Nachrichten.
Dass diese tänzerische Gradwanderung funktioniert, ist vor allem Brit Rodemund zu verdanken, die den tänzerischen Monolog ums Vergessen, trotz aller vermeintlich peinlichen oder absurden Abschnitte, vor der Lächerlichkeit bewahrt.
"Ich erinnere mich, wie ich irgendwann einfach losgelegt habe und mich nicht mehr dafür interessierte, ob es peinlich wirkte. Ich konnte Widerstände ablegen. Im Vergessensloch, was unsere Probensituation ja auch war, wurde alles möglich: Sabbern, Onanieren, Beschimpfen, Fratzenschneiden und nur eine Sekunde danach Balletttanzen. Irgendwann habe ich aufgehört, an Absicherung zu denken, und bin einfach weiter und tiefer gegangen,“ sagt die Berlinerin über ihre Arbeit mit Helena Waldmann im Interview mit Tom Mustroph.
Vor elf Jahren entschied sie sich für den zeitgenössischen Tanz, nach klassischer Ausbildung und Karriere im Ballett, u. a. als Solistin an der Berliner Staatsoper, denn sie habe "gespürt, es war noch etwas anderes in meinem Körper.“ Seitdem arbeitet sie als freie Tänzerin und realisiert Projekte mit den wichtigsten Protagonisten des zeitgenössischen Tanzes.
revolver besorgen, die Arbeit mit der Choreografin Helena Waldmann, stellt sowohl für die Fachpresse wie auch für Brit Rodemund einen vorläufigen Höhepunkt ihres Schaffens dar.

Europäisches Zentrum der Künste Dresden