Festspielhaus Hellerau

„Wir haben dieses Problem hier nicht...“

THEMENSCHWERPUNKT MIGRATION IM APRIL IN HELLERAU

Vor einem Jahr zeigte HELLERAU „Hell on Earth", Constanza Macras’ Arbeit mit Migrantenkindern aus Neukölln und Kreuzberg.

Eine Zuschauerin kommentierte die Arbeit als beeindruckend, aber „wir haben dieses Problem hier nicht“. Da klang auch ein „Gott sei Dank“ mit durch. Ein paar Wochen später machte Dresden durch die Ermordung einer Muslimin im Gerichtsaal Schlagzeigen.

Von wegen „wir haben dieses Problem hier nicht...“

Programm:

Do 20 Uhr // Eröffnung

Mit Prof. Elisabeth Knust (Direktorin am Max-Planck-Institut für Molekulare Zellbiologie und Genetik, Dresden) und Dieter Jaenicke (künstlerischer Leiter des Europäischen Zentrums der Künste)

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15.-21.04. // LFKS / JEAN MICHEL BRUYÈRE
LE PRÉAU D'UN SEUL – IM HOF VON NUR EINEM
Performative Installation

„Le Préau d’un Seul/im Hof von nur Einem“, eine performative Installation von Jean Michel Bruyère, ist eine Kunstreise durch das Festspielhaus Hellerau und eine starke, verstörende Ausstellung über die Tatsache, dass in ganz Europa Menschen in gefängnisartigen Lagern leben müssen, die vor katastrophalen, oft im Wortsinne tödlichen Lebensbedingungen zu uns flüchten.

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15.-21.04. // GRAEME MILLER
BEHELD – ERBLICKT
Installation

Für seine Installation Beheld hat der Künstler Graeme Miller Orte aufgesucht, an denen Menschen auf der Flucht aus ihrer Heimat starben. Sie hatten sich in den Radgestellen von Flugzeugen versteckt, um in den Westen zu gelangen. Als beim Landeanflug die Räder ausgeklappt wurden, fielen sie buchstäblich vom Bimmel. Beheld nähert sich diesem verstörenden Phänomen mit einer intimen audivisuellen Installation aus zehn zerbrechlichen Glasschalen.

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Fr 18 Uhr // „WIR HABEN DIESES PROBLEM HIER NICHT...“
HELLERAU TALKS

Migration und Asyl sind schwierige Themen in Sachsen und Dresden. Die Zahl rassistischer Überfälle ist erschreckend hoch, die rechtsextreme NPD hat inzwischen eine feste Wählerbasis. Die Lebenssituation für Asylsuchende ist oft besonders dramatisch. Jahrelang leben sie, häufig in baufälligen Heimen untergebracht, in Ungewissheit und Angst vor Abschiebung. Was muss in Dresden anders werden, wenn die Stadt ihrer Selbstbeschreibung als weltoffen und international gerecht werden will? Was sind die dringendsten Probleme von Migranten und Asylsuchenden in Sachsen? Darüber wollen wir diskutieren.

Auf dem Podium:

  • Carsten Enders (Kampagne gegen Ausgrenzung von Asylsuchenden)
  • Pablo Gómez (Ausländerbeirat Dresden)
  • Michael Vierus (Kontaktgruppe Abschiebehaft bei pax christi)
  • Mohammad al Masalme (Asylsuchender)
  • Dieter Jaenicke (künstlerischer Leiter des Europäischen Zentrums der Künste)
  • Moderation: Oliver Reinhard (Journalist)

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So 19.30 Uhr // „Menschenrechte in Seenot“
Vortrag

Vortrag und Diskussion mit Elias Bierdel, ehemaliger Leiter des Hilfskomitees Cap Anamur und Mitbegründer von borderline-europe – Menschenrechte ohne Grenzen.

Elias Bierdel rettete 2004 als Leiter des Hilfskomitees Cap Anamur im Mittelmeer 37 Flüchtlinge in Seenot. In italien wurde er daraufhin der Schlepperei beschuldigt und in einem Aufsehen erregenden Prozess mit vier Jahren haft und 400.000 Euro Geldstrafe bedroht. Im Oktober 2009 wurde Bierdel in erster Instanz freigesprochen. Elias Bierdel berichtet über die Rettungsaktion im Jahr 2004 und deren folgen, die Ereignisse an den Außengrenzen der EU und über die vielen tausend Opfer, die diese Grenze nicht überwinden konnten.

In Kooperation mit Weiterdenken – Heinrich Böll Stiftung Sachsen

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Europäisches Zentrum der Künste Dresden