Festspielhaus Hellerau

akram khan company

Akram Khan ist nicht nur ein herausragender Tänzer, sondern auch ein umjubelter Choreograf, der den zeitgenössischen westlichen Tanz und den uralten Kathak-Tanz aus Nordindien fusioniert. Sein Tanzstil ist einzigartig und rasend schnell und hat den Choreografen berühmt gemacht. Er ist dafür bekannt, dass er gerne interdisziplinär arbeitet und mit Vorliebe verschiedene Kulturen zusammenführt. Diese Offenheit und sein Ruf gaben ihm die Gelegenheit, international erfolgreiche Künstler für seine Projekte zu gewinnen, darunter die grandiose französische Prima Ballerina Sylvie Guillem und die französische Schauspielerin Juliette Binoche. Für „Bahok“ reiste er nach China und entwickelte dort gemeinsam mit Tänzern seiner eigenen Company und des Chinesischen Nationalballetts seine Choreografie: alt-indische Kampftechnik trifft auf chinesisches Ballett europäischer Herkunft, zarter Humor wird abgelöst von Bildern der Einsamkeit und Verlorenheit. Tänzer mit unterschiedlichem kulturellem Hintergrund – chinesisch, koreanisch, indisch, slowakisch, südafrikanisch und spanisch – kommen an einem Ort des Transits unserer globalisierten Welt, einer Wartehalle eines Flughafens, zusammen und versuchen, miteinander ins Gespräch zu kommen und sich über ihre Heimat, ihre Erfahrungen und Erinnerungen auszutauschen. Hier entwickelt sich die lose Szenenfolge, in der Khan ein Babel der Bewegungssprachen schafft: Hip Hop tritt Ballett, westliche Sportlichkeit auf östliche Grazilität. Virtuose Soli der exzellenten Tänzer kontrastieren mit Ensembleszenen, die aus den für Khan typischen Impulsen heraus ihren ganz eigenen Schwung entwickeln. Mit Bahok (das bengalische Wort für „Träger“) lädt Akram Khan auf eine Reise in unterschiedliche Länder und Kulturen ein, auf die Suche nach dem, was Heimat sein könnte in einer Welt, in der alles permanent in Bewegung ist.

“Bahok trifft wie beiläufig den Humor und die Anmut in persönlichen Geschichten grenzüberschreitender Kulturen“.
(Dance Magazine über die zehn besten Choreografien von 2008)

Europäisches Zentrum der Künste Dresden