Festspielhaus Hellerau

Intendant Dieter Jaenicke zur Diskussion um das Konzertprojekt aghet – ağıt der Dresdner Sinfoniker

„HELLERAU – Europäisches Zentrum der Künste Dresden hat in den vergangenen Jahren die Trilogie über die Kulturen Anatoliens und der Kaukasus-Region von Marc Sinan, Markus Rindt und den Dresdner Sinfonikern koproduziert und im Festspielhaus vorgestellt.
Das Konzertprojekt aghet – ağıt, das am kommenden Samstag in HELLERAU aufgeführt wird, ist nach Hasretim und Dede Korkut der letzte und folgerichtige Teil dieser Trilogie. Das Stück setzt sich mit dem Genozid am armenischen Volk am Beginn des vergangenen Jahrhunderts auseinander.
Wir erleben derzeit, was passiert, wenn man jemandem wie Erdoğan, der provozierend offensichtlich jeglichen Respekt vor fundamentalen Freiheiten der Menschenrechte ablehnt, den kleinen Finger reicht. Dabei ist das, was die Bundesregierung Erdogan angeboten hat, mit dem Bild des kleinen Fingers sehr untertrieben beschrieben. Mich persönlich überrascht die Reaktion der türkischen Regierung zu aghet – ağıt überhaupt nicht. Sie ist konsequent: erst die Presse, dann die Satire, jetzt Kunst und Musik. Die Anmaßung ist komplett und bedarf klarer Worte der Bundesregierung und der EU.
Wir werden uns davon keineswegs einschüchtern lassen, Genozid weiter Genozid nennen und historisch belegte Verbrechen gegen die Menschlichkeit als solche bezeichnen, seien sie von Deutschen, von Türken oder von wem auch immer zu verantworten. Wir stehen selbstverständlich an der Seite von Marc Sinan, Markus Rindt und den Dresdner Sinfonikern, mit denen wir weiterhin kooperieren und koproduzieren werden. Es ist Aufgabe der Bundesregierung sicher zu stellen, dass für die involvierten Künstler in dem Projekt keine persönliche Bedrohung entstehen kann.“

Dieter Jaenicke Intendant – HELLERAU – Europäisches Zentrum der Künste Dresden

aghet – ağıt ist am 30.04. 20 Uhr in HELLERAU zu erleben. Weitere Informationen und Tickets hier.
Das Schülerprojekt Die vierzig Tage des Musa Dagh, das in unmittelbarem Zusammenhang mit aghet – ağıt entsteht, wird am 29.04. 19 Uhr in HELLERAU zu sehen sein. Weitere Informationen und Tickets hier.

Europäisches Zentrum der Künste Dresden