Festspielhaus Hellerau

Wegen des Konzertprojekts aghet – ağıt der Dresdner Sinfoniker verlässt Türkei das EU-Kulturprogramm

"Die Türkei hat einseitig beschlossen, das Programm 'Kreatives Europa' zu verlassen", sagte ein Sprecher der EU-Kommission. Grund ist das von Creative Europe geförderte Konzertprojekt aghet – ağıt der Dresdner Sinfoniker, eine Koproduktion mit HELLERAU, das am 30. April 2016 im Festspielhaus aufgeführt wurde.
HELLERAU-Intendant Dieter Jaenicke sagt dazu: "Der türkische Präsident lässt die türkischen Künstler und Kunstinstitutionen dafür büßen, dass die EU die Dresdner Sinfoniker und HELLERAU - Europäisches Zentrum der Künste Dresden bei der Produktion aghet – ağıt unterstützt hat, die den Genozid an den Armeniern thematisiert. Mit dem Austritt der Türkei aus Creative Europe gibt es für türkische Künstler und Kunstinstitutionen keine Möglichkeit mehr EU-Förderung zu erhalten, und vielleicht noch schlimmer: sie bleiben von den europäischen Kultur-Netzwerken ausgeschlossen. Ein weiterer Rückschritt für eine offene Gesellschaft in der Türkei."
Die Dresdner Sinfoniker und Marc Sinan nehmen ihr bevorstehendes Konzert in Istanbul nun zum Anlass, eine deutsch-türkisch-armenische Freundschaftsgesellschaft zu gründen. Sie schließen sich damit dem türkischen Philantrophen Osman Kavala an, der laut Süddeutscher Zeitung kürzlich deutsche Künstler und Kulturinstitutionen beschwor, die kulturellen Kontakte zu seiner Heimat nicht zu kappen – die Türkei könne sich sonst in einen geschlossenen Staat verwandeln.

weitere Informationen: www.aghet.eu

Europäisches Zentrum der Künste Dresden